Niemegker Freibadsaison ist zu Ende. Warum das Freibad trotz sommerlicher Temperaturen schließt

Das Spätsommerwetter lädt derzeit noch einmal zu einem Besuch im Freibad ein. Umso verständlicher ist die Frage, warum die Freibadsaison bereits am 30.08.2026 endet, obwohl die Temperaturen weiterhin recht sommerlich sind.

Die Stadt Niemegk weiß, dass viele Bürgerinnen und Bürger die letzten warmen Tage gern noch im Wasser verbringen würden. Dennoch ist die Entscheidung, die Badeanstalt zum Ende der geplanten Saison zu schließen, gut überlegt. Denn auch wenn das Wetter zum Schwimmen einlädt, bedeutet der Betrieb eines Freibades einen erheblichen personellen, technischen und finanziellen Aufwand.

Ein Freibad kann nicht einfach „noch ein paar Tage“ weiterlaufen

Auf den ersten Blick könnte man meinen: Wenn das Wetter schön ist und noch Gäste kommen, könnte das Freibad doch einfach geöffnet bleiben. Tatsächlich ist der Betrieb jedoch deutlich aufwendiger, als es von außen manchmal erscheint.

Ein Freibad muss auch an Tagen mit vergleichsweise wenigen Besucherinnen und Besuchern vollständig betrieben und technisch überwacht werden. Das betrifft unter anderem die Wasseraufbereitung und -qualität, die Filter- und Pumpenanlagen, die Becken, Sanitäranlagen und die gesamte Infrastruktur des Bades.

Allein der laufende Betrieb verursacht Kosten für Strom, Wasser und Abwasser. Hinzu kommen die Kosten für die Wasseraufbereitung und notwendige Betriebsmittel wie Chlor und weitere Chemikalien, die erforderlich sind, damit das Badewasser hygienisch einwandfrei und sicher bleibt. Diese Kosten fallen nicht nur an Tagen mit vielen Badegästen an, denn die technischen Anlagen müssen unabhängig von der Besucherzahl betrieben und überwacht werden.

Sicherheit braucht Personal, auch bei wenigen Badegästen

Ein weiterer wesentlicher Punkt sind die Personalkosten. Auch wenn sich an einem Spätsommertag vielleicht nur noch wenige Gäste im Freibad aufhalten, müssen die erforderlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort sein.

Dazu gehört selbstverständlich das Bade- und Aufsichtspersonal, das für die Sicherheit der Gäste verantwortlich ist. Ein Freibad kann nicht geöffnet werden, ohne eine entsprechende Aufsicht und die notwendige fachliche Besetzung sicherzustellen.

Doch damit ist es nicht getan: Auch Kasse, Reinigung und weitere organisatorische Aufgaben müssen während des Betriebs gewährleistet sein. Toiletten und Duschen müssen gereinigt, Abfall entsorgt und die gesamte Anlage in einem ordnungsgemäßen Zustand gehalten werden.

Auch hinter den Kulissen gibt es zum Saisonende einiges zu tun. Der Kiosk muss ausgeräumt und für die Winterpause vorbereitet werden, Materialien müssen verstaut, Anlagen überprüft und zahlreiche weitere Arbeiten erledigt werden. Diese Tätigkeiten können nicht vollständig auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden, da die Schließung und Einwinterung eines Freibades eine sorgfältige Vorbereitung erfordern.

Wirtschaftlichkeit und Verantwortung gehören zusammen

Natürlich freut sich die Stadt Niemegk, wenn das Freibad auch an den letzten schönen Sommertagen noch gut besucht wird. Gleichzeitig muss sie aber verantwortungsvoll mit den vorhandenen finanziellen und personellen Ressourcen umgehen.

Die Erfahrung zeigt: Zum Ende der Saison sind die Besucherzahlen in der Regel deutlich niedriger und zudem stark vom Wetter abhängig. Selbst bei einzelnen sehr schönen Tagen kommen nicht automatisch so viele Badegäste, dass sich der vollständige zusätzliche Betriebsaufwand wirtschaftlich rechtfertigen lässt.

Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, den Bürgerinnen und Bürgern den Badespaß an einem schönen Spätsommertag nicht zu gönnen. Im Gegenteil: Die Stadt versteht sehr gut, dass sich manche Menschen wünschen würden, die Saison angesichts des aktuellen Wetters noch einige Tage zu verlängern. Eine Verlängerung bedeutet jedoch nicht lediglich, die Tore aufzuschließen. Für jeden zusätzlichen Betriebstag entstehen Kosten für Energie, Wasser, Abwasser, Wasseraufbereitung, Personal, Reinigung und weitere Leistungen. Gleichzeitig müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die für den Badebetrieb benötigt werden, über die regulär geplante Saison hinaus eingesetzt werden. Auch die bereits vorgesehenen Arbeiten zur Vorbereitung auf die Winterpause müssten entsprechend verschoben oder neu organisiert werden.

Danke für eine schöne Freibadsaison in der Paul-Temming-Badeanstalt Niemegk

Die Stadt bedankt sich deshalb bei allen Badegästen für eine schöne und hoffentlich erholsame Freibadsaison. Wir wissen, dass die Schließung gerade bei diesem Wetter vielleicht schwer nachvollziehbar erscheint. Dennoch ist das Ende der Saison Teil einer vorausschauenden und verantwortungsvollen Betriebsplanung.

Wir danken all unseren Beschäftigten der Stadt: Vielen Dank für euren großartigen Einsatz im Freibad und im Kiosk! Euer Engagement, eure Unterstützung und die vielen geleisteten Stunden haben maßgeblich dazu beigetragen, dass alles so reibungslos funktioniert hat. Dafür ein herzliches Dankeschön!

Und eines ist sicher: Das nächste Freibadwetter kommt wieder – wir freuen uns auf 2027!

Bis dahin wünschen wir allen Badegästen einen schönen Ausklang des Sommers und bedanken uns herzlich für die zahlreichen Besuche, die gute Stimmung und die Treue zu unserer Badeanstalt.